Freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen: Chancen für Frieden und nachhaltige Entwicklung?

TitelFreiwillige Rückkehr von Flüchtlingen: Chancen für Frieden und nachhaltige Entwicklung?
Typ der PublikationReport
Publikationsjahr2015
AutorInnenBohnet, H, Rudolf, M
Untertitel / SerientitelBICC Policy Brief 3/2015
InstitutionBonn International Center for Conversion (BICC)
Kurztext

Bürgerkriege wie etwa in Syrien, Afghanistan oder dem Irak stellen einen zentralen Auslöser für Fluchtbewegungen dar. Zahlreiche Menschen von dort suchen aktuell auch Zuflucht in Deutschland und Europa. Da viele dieser Kriege keine baldige Lösung in Aussicht haben, befinden sich weltweit viele Flüchtlinge in protracted situations, d. h. ihre Vertreibung hält länger als fünf Jahre an. Eine Lösung für das Problem der Langzeitvertreibung könnte in der freiwilligen Rückkehr bestehen. In BICC Policy Brief 3/2015 untersuchen Heidrun Bohnet und Markus Rudolf die Voraussetzungen hierfür und legen dar, welche Aspekte im Prozess der Rückführung von Langzeitvertriebenen unbedingt zu beachten sind.

Die Autoren schlagen im Einzelnen vor:

Rückkehr als Neuanfang begreifen

Rückkehr bedeutet nicht, dass eine vertrie­bene Person an genau den Ort zurückkehrt, von dem sie geflohen ist. Sie ist weniger das Ende eines Kreislaufs als der Beginn einer Wiedereingliederung und stellt einen Neuanfang dar.

Post-Konfliktsituationen als Übergangsprozess verstehen

Eine Post-Konfliktsituation ist nicht mit dem Ende aller Konflikte gleichzusetzen. Vielmehr sollte konzeptionell berücksichtigt werden, dass die Post-Konfliktsituation oft eine Übergangssituation ist, in der nach wie vor ein signifikantes Maß an Gewalt herrscht.

Binnenvertriebenen (IDPs) Beachtung schenken

Auch IDPs befinden sich häufig in einer Situation der Langzeitvertreibung und sind meist denselben Risiken ausgesetzt wie Flüchtlinge. Ihr Schutz und ihre Unterstützung bedürfen eines stärkeren Engagements.

Die Vertriebenen einbeziehen und ihr Potenzial nutzen

Die Tragfähigkeit von Rückkehr und Frieden hängt zu einem beträchtlichen Teil davon ab, ob die Bedürfnisse von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen berücksichtigt und sie aktiv in die Planung und strategische Umsetzung von Rückführungsprozessen mit eingebunden werden. Deshalb ist es unerlässlich, ihren Anliegen und Potenzialen Rechnung zu tragen.

Nothilfe und Entwicklungsarbeit miteinander verbinden

Rückführungs- und Reintegrationsprojekte stellen meist kurzfristig die Nothilfe in den Vordergrund. Die Negativspirale von Gewaltkonflikt und Vertreibung ist aber nur durch einen koordinierten Ansatz von Nothilfe- und nachhaltiger Entwicklungsarbeit wirksam zu durchbrechen.

Lokale Integration und Rückkehrprozesse nicht gegeneinander stellen

Erfahrungen und Fähigkeiten, die Vertriebene in der Aufnahmeregion erwerben, können den Rückkehrprozess erleichtern und sich günstig auf die Nachhaltigkeit ihrer Wiedereingliederung auswirken.

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URLhttps://www.bicc.de/