Klimawandel und Sicherheitspolitik

TitelKlimawandel und Sicherheitspolitik
Typ der PublikationBook
Untertitel / SerientitelHerausforderungen für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit
Publikationsjahr2008
AutorInnenCarius, A, Tänzler, D, Maas, A
Anzahl Seiten69 S.
VerlagDeutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)
UID1099
Kurztext

Die jüngsten Auswertungen klimawissenschaftlicher Erkenntnisse durch das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zeichnen ein teilweise dramatisches Bild der regionalen Auswirkungen des Klimawandels. Am stärksten betroffen sind Gesellschaften mit geringen Anpassungskapazitäten. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Analyse des Ökonomen Nicolas Stern zu den Wechselbeziehungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Klimawandel. Darüber hinaus postulieren Studien wie das Jahresgutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) sowie die Analyse des US-amerikanischen Center for Naval Analyses (CNA) ein wachsendes Konfliktpotential und die Zunahme gesellschaftlicher Spannungen durch Klimaveränderungen.
Adelphi Consult wurde daher von der GTZ beauftragt, die Auswirkungen des Klimawandels auf Konflikte und Sicherheit aus entwicklungspolitischer Sicht zu bewerten und Vorschläge für die weitere Behandlung dieses Themas in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu formulieren.
Zentrale Ergebnisse des Gutachtens lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Möglichkeit der Begrenzung globaler Erwärmung auf das 'sichere Maß' von 2°C erscheint inzwischen fragwürdig. Einerseits ist durch die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre ein gewisses Maß an unvermeidbarem Klimawandel in Gang gesetzt. Andererseits besteht die Gefahr unvorhergesehener Rückkopplungseffekte, welche den Klimawandel zusätzlich beschleunigen können. Entsprechend ist neben der Vermeidung des Klimawandels auch Anpassung an unvermeidbaren Klimawandel notwendig und wird zukünftig an Bedeutung gewinnen.
Langfristig wird der Klimawandel zu Ressourcenverknappung und Umweltdegradation führen. Hierdurch können bestehende soziale und politische Spannungen verschärft oder neue ausgelöst werden. Ohnehin überforderte Handlungskapazitäten staatlicher Institutionen werden zusätzlich belastet und die Erbringung elementarer Staatsaufgaben erschwert. Dies sowie der zunehmende Umweltstress werden sich negativ auf die Anpassungsfähigkeit von Gesellschaften und damit auch auf deren Fähigkeit zur friedlichen Konfliktbearbeitung auswirken. Damit ist bereits heute ein zunehmender Einsatz von Gewalt bei der Austragung von Konflikten sowie die Zunahme von Sicherheitsrisiken in den betroffenen Gesellschaften wie auch in benachbarten Regionen abzusehen. Verschärft wird dies noch durch eine Reihe weiterer globaler Trends, v.a. steigender Ressourcenverbrauch durch wirtschaftliche Entwicklung, Bevölkerungswachstum und Urbanisierung, wodurch negative Konsequenzen des Klimawandels umso stärker zu Tage treten.
Die Studie untersucht sektorale Trends, potentielle regionale Krisenherde, skizziert eine Reihe von Handlungsansätzen und spricht Emfpehlungen für die deutsche Entwicklungspolitik aus.

URLhttp://Www.gtz.de/de/dokumente/de-crisis-klimawandel-und-sicherheit-2008.pdf
Vollständiger Text