Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik für Flüchtlingslager?

TitelAuswärtige Kultur- und Bildungspolitik für Flüchtlingslager?
Typ der PublikationReport
Publikationsjahr2016
AutorInnenMousa, L
Untertitel / SerientitelHandlungsfelder und Potenziale in den Flüchtlingslagern des Libanon
Pagination77 S.
InstitutionInstitut für Auslandsbeziehungen
StadtStuttgart
Kurztext

Der Alltag von Flüchtlingen ist durch Gewalterfahrung, Perspektivlosigkeit sowie mangelnde (politische) Mit- und Selbstbestimmung geprägt. Kann Kulturarbeit helfen, ihre Situation zu verbessern? Diese Frage stellt Leila Mousa in der Studie „Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik für Flüchtlingslager?“, die das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) in Kooperation mit dem BICC (Bonn International Center for Conversion) herausgibt.

Die Studie macht deutlich, dass Kulturarbeit den Flüchtlingen im Libanon vor allem Freiräume für die kritische, kreative und politische Auseinandersetzung mit ihrer Situation eröffnen kann. „Diese Räume bieten auch die Möglichkeit der Begegnung mit den Aufnahmegesellschaften, wodurch Flüchtlinge aus der Isolation geholt werden können“, schreiben Ronald Grätz, Generalsekretär des ifa, und Prof. Dr. Conrad Schetter, Direktor des BICC (Bonn International Center for Conversion), im Vorwort zur Studie.

Im Libanon ist nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) fast jeder vierte Einwohner ein Flüchtling. Die Studie konzentriert sich auf die palästinensischen Flüchtlinge, die seit Jahrzehnten im Land leben, und die durch den aktuellen Konflikt ständig wachsende syrische Flüchtlingsgemeinschaft. Autorin Leila Mousa betont, dass Initiativen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) für Flüchtlinge immer den jeweiligen Umständen Rechnung tragen sollten: „Jeder humanitäre Kontext muss gesondert betrachtet werden, weil zahlreiche Faktoren die Bedarfe, aber auch Möglichkeitsräume von Kulturarbeit beeinflussen. Dazu können die Flüchtlingspolitik des Aufnahmelandes, der kulturelle Kontext, die politische Dimension des Konflikts sowie die Dauer einer Fluchtsituation zählen“.

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Das Projekt ist Teil des ifa-Forschungsprogramms „Kultur und Außenpolitik“. Hier setzen sich Expertinnen und Experten mit aktuellen Themen der Auswärtigen Kultur und Bildungspolitik auseinander mit dem Ziel Wissenschaft, Praxis, Politik und Öffentlichkeit zu verbinden. Die Studie entstand in Kooperation mit BICC (Bonn International Center for Conversion).