Exodus aus Afghanistan: Wie Deutschland Selbsthilfe und Eigeninitiativen unterstützen kann

TitelExodus aus Afghanistan: Wie Deutschland Selbsthilfe und Eigeninitiativen unterstützen kann
Typ der PublikationReport
Publikationsjahr2018
AutorInnenGrawert, E, Mielke, K
Untertitel / Serientitelbicc policy brief 5/2018
Pagination8pp.
InstitutionBonn International Center for Conversion
StadtBonn
Kurztext

Die Beteiligung Deutschlands an der militärischen und zivilen Intervention in Afghanistan nach 2001 hat einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau und zum verbesserten Zugang der Bevölkerung zu Basissozialleistungen im Vergleich mit den 1990er Jahren geleistet. Es ist jedoch klargeworden, dass die ökonomisch, gesellschaftlich und politisch destruktiven

Effekte eines jahrzehntelangen Krieges nicht innerhalb weniger Jahre repariert werden können. Eine wichtige interne Herausforderung für die zunehmend gespaltene Regierung besteht nach wie vor in der Eindämmung der Korruption. Darüber hinaus ist es aufgrund der fehlenden strukturellen ökonomischen Voraussetzungen und des Unvermögens der afghanischen Regierung, den mageren Reichtum des Landes gerecht umzuverteilen, bis heute für viele Afghanen nicht unattraktiv, sich bewaffneten Gruppen anzuschließen. Dies verlängert den Gewaltkonflikt. Mit dem Abzug von mehr als 100.000 NATO-Soldaten zwischen 2012 und 2014 hat sich die prekäre Situation der afghanischen Regierung weiter verschärft. Seitdem sind nicht nur Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gewachsen, sondern auch die militanten Anschläge und der Kontrollverlust der afghanischen Regierung. Während die afghanische Regierung 2015 noch 72 Prozent der Distrikte kontrollierte, waren dies 2017 nur noch 56 Prozent. Im Januar 2018 waren Talibangruppen in 70 Prozent der afghanischen Distrikte aktiv.

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