Globaler Militarisierungsindex 2017

TitelGlobaler Militarisierungsindex 2017
Typ der PublikationReport
Publikationsjahr2017
AutorInnenMutschler, MM
InstitutionBonn International Center for Conversion
Kurztext
Der Globale Militarisierungsindex (gmi) des BICC bildet alljährlich das relative Gewicht und die Bedeutung des Militärapparats von Staaten im Verhältnis zur Gesellschaft als Ganzes ab. Der GMI 2017 umfasst 151 Staaten und basiert auf den aktuellsten vorliegenden Zahlen, in der Regel sind das die Daten des Jahres 2016.
 
Der Index wird durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (bmz) gefördert. Die zehn Länder, die für das Jahr 2016 den höchsten Militarisierungsgrad aufweisen, sind Israel, Singapur, Armenien, Russland, Südkorea, Kuwait, Jordanien, Zypern, Griechenland und Brunei. Diese Staaten stellen dem Militär, im Verhältnis zu anderen gesellschaftlichen Bereichen, besonders viele Ressourcen zur Verfügung.
 
Bei einigen Ländern, die zu den 20 höchst militarisierten der Welt gehören, hat der Verfall des Ölpreises zu einem Rückgang der Militärausgaben geführt: Oman, Bahrain, Saudi-Arabien aber auch Aserbaidschan. Auch in Südamerika, insbesondere Venezuela, Ecuador, Peru und Mexiko, ließ der gesunkene Ölpreis die Militärausgaben mehr oder weniger deutlich sinken. Auf Amerika liegt ein regionaler Schwerpunkt des GMI 2017: Die beiden
am stärksten militarisierten Staat in der Region sind Kuba und die USA. Die Militärausgaben der Vereinigten Staaten sind zum ersten Mal seit 2009 wieder gestiegen und sind mit 611 Milliarden US-Dollar die weltweit höchsten. Während die Staaten Mittelamerikas und der Karibik mit Ausnahme Kubas einen relativ niedrigen Militarisierungsgrad aufweisen, liegen die südamerikanischen Staaten eher im oberen Mittelfeld.
 
Der diesjährige GMI setzt den Militarisierungsgrad ins Verhältnis zum Government Defence Anti-Corruption Index (gi) von Transparency International (ti). Der Rüstungssektor ist besonders intransparent und anfällig für folgendes Phänomen: Korrupte Eliten tätigen Rüstungsgeschäfte, die häufig zwar verteidigungspolitisch wenig sinnvoll sind, aber ihnen helfen, sich zu bereichern. Der Vergleich der Indices macht jedoch deutlich, dass Korruption keineswegs nur bei besonders hoch militarisierten Staaten sondern auch bei vielen Staaten mit vergleichsweise niedrigem Militarisierungsgrad auftritt, was auf Defizite im Sicherheitssektor und schwache staatliche Institutionen hinweist.