Sumud - Wer einen Garten hat, lebt schon im Paradies

TitelSumud - Wer einen Garten hat, lebt schon im Paradies
Typ der PublikationAudiovisual
Publikationsjahr2018
AutorInnenSchreier, S
VerlagKURVE Wustrow
Kurztext

Eine Fraueninitiative aus Al-Walajah pflegt eine leise Form des Widerstands: Sie bepflanzt und verschönert ihr Dorf – bevor es durch die israelische Sperranlage bald vom Westjordanland abgeschnitten wird. Der zunehmenden Isolierung trotzt sie mit gemeinschaftlichen Aktivitäten. Eine Multimedia-Reportage und ein Fotobuch geben intensive Einblicke in das Leben der neun Frauen.

Al-Walajah ist ein kleines Dorf mit rund 2.400 Menschen, vier Kilometer von Bethlehem entfernt, eine palästinensische Enklave, umschlossen von Mauern, Checkpoints und israelischen Siedlungen. Eigentlich liegt Al-Walajah im Westjordanland. Doch die fast fertiggestellte Sperranlage, die Israel vor Angriffen schützen soll, riegelt Al-Walajah in naher Zukunft vom restlichen Westjordanland ab.

Durch den fortschreitenden Siedlungsbau ist die Größe Al-Walajahs über die Jahre von ursprünglich 18 auf 0,5 Quadratkilometer geschrumpft. Wenn die Sperranlage vollendet ist, werden weitere, auch landwirtschaftlich genutzte Flächen wegfallen. Die zunehmende Isolierung Al-Walajahs bedeutet für die Menschen massive Einschränkungen: Der Zugang zu Märkten und Arbeitsplätzen, aber auch zu sozialem und kulturellem Leben wird erschwert, die medizinische Versorgung und die Anbindung an Bildungsmöglichkeiten werden ebenfalls beschnitten.

Die neun Frauen von Al-Walajah wollen dies nicht tatenlos hinnehmen. Sie wollen an ihrem Land festhalten, um nicht wieder zu Geflüchteten zu werden. Dem tristen Alltag der Besatzung trotzen sie mit Gemeinschaft und Schönheit. Dem Grau der Grenzanlage setzen sie Farbenfreude entgegen. Wie sie das machen? Sie verschönern ihr Dorf, legen Gärten an, bauen bunte Möbel aus Abfall.

Dem Gefühl von Isolation und Hilfslosigkeit begegnen sie mit diesen gemeinschaftlichen und hoffnungsschürenden Aktivitäten. Fachkräfte des ZFD begleiten sie dabei. Die Frauen hoffen auf eine breite Öffentlichkeit, damit die fortschreitende Isolierung ihres Dorfes bekannt und vielleicht doch noch aufgehalten wird.

Sie öffnen ihre Türen und erzählen vom schwierigen Alltag unter der langjährigen Besatzung. Und sie erzählen von ihrer Hoffnung, die sie mit Start des ZFD-Projekts seit 2016 wieder hegen und pflegen. Eine soeben veröffentlichte Multimedia-Reportage nimmt uns mit eindrucksvollen Bildern und O-Tönen auf eine kurze Reise nach Al Walajeh. Auch die Hintergründe und Folgen der Isolierung werden beleuchtet. Konzipiert und umgesetzt wurde die Reportage unter Mitwirkung der ehemaligen ZFD-Fachkräfte Fee Schreier und Katja Volkenant und der Frauen von Al Walajah.

Die Multimedia-Reportage ist über folgenden Link: www.sumud-al-walajah.info zu erreichen.

Das bei der KURVE Wustrow erschienene Fotobuch „Sumud: Existence is Resistance“ dreht sich ebenfalls um die Frauen von Al Walajah. Die Fotos sind im Rahmen mehrere Fotoworkshops mit den Frauen der Initiative entstanden. (Quelle: Konsortium Ziviler Friedensdienst)