Call for Contributions: Radikalisierung und kollektive Gewalt

6. Junge Konferenz der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung in Kooperation mit der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg: 16.-17. März 2021

Radikalisierung ist ein ebenso breiter wie normativ bewerteter und umstrittener Begriff in der Friedens- und Konfliktforschung. Besonders im Zusammenhang mit kollektiver Gewalt und deren (Nicht-)Anwendung bestehen Unklarheiten. Dabei kann Radikalisierung auf einer einstellungsorientierten Ebene den Entwicklungsprozess von extremen Überzeugungsstrukturen bis hin zu Ideologien beschreiben. Ein weiteres Verständnis von Radikalisierung bezeichnet zunächst den Prozess einer abnehmenden Akzeptanz der bestehenden Ordnung, der unter Umständen mit einer entsprechenden Handlungsbereitschaft verbunden ist.

Mögliche Beiträge können sich mit folgenden Themengebieten und Fragen beschäftigen, sich aber auch anderen Themen widmen:

  • Inwiefern führen gesellschaftliche Konfliktdynamiken zu Radikalisierungsprozessen und wie wirken sie auf die Gesellschaft zurück?
  • Wie unterscheiden sich "Jugendformen" kollektiver Gewalt von bspw. situativen Bedingungen zur plötzlichen Entstehung kollektiver Gewalt?
  • Welche theoretischen (aber auch empirischen) Ansätze eignen sich für eine Analyse kollektiver Gewalt?
  • Aus welcher Perspektive heraus soll sich die Friedens- und Konfliktforschung mit den Themen beschäftigen? (z.B. Politikwissenschaften, Ethnologie, Psychologie)
  • Welche Formen kollektiver Gewalt liegen (neo-)liberalen Gesellschaften zugrunde?
  • Wie werden Radikalisierung und kollektive Gewalt (diskursiv) legitimiert?

Es werden ausdrücklich auch empirische und anwendungsorientierte Beiträge, die sich mit diesen und weitere Themen zum Spannungsfeld von Radikalisierung und kollektiver Gewalt befassen, sowie Beiträge, die sich mit anderen Forschungsfeldern der Friedens- und Konfliktforschung auseinandersetzen, begrüßt. Auch Beiträge aus der Praxis- und Präventionsarbeit sind herzlich willkommen.

Der Call richtet an den wissenschaftlichen Nachwuchs und möchte Studierende, Promovierende und erfahrene Forscher*innen sowie Praktiker*innen.  Vor allem NachwuchsforscherInnen sollen ermutigt werden, sich im Format der wissenschaftlichen Tagung auszuprobieren.

Verlängerung der Frist: 30. November 2020

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