Deutscher Evangelischer Kirchentag 2015: Frieden schaffen ohne Waffen

Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe mahnen zu mehr friedenspolitischen und humanitären Bemühungen

Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe - Pressemitteilung - 3. Juni 2015 - Die Hilfswerke Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe mahnen zu mehr friedenspolitischen und humanitären Bemühungen. Unter dem Titel „Wenn Du Frieden willst… -Deutschlands (neue) Verantwortung in der Welt“ wird auf dem Kirchentag die Ausrichtung künftiger Friedenspolitik diskutiert. Das Thema ist brandaktuell angesichts der Kämpfe in der Ukraine, im Kongo, im Irak, in Syrien etc. Die gewachsene Zahl komplexer bewaffneter Konflikte mit immer unklareren Fronten und die grenzenlose Gewalt untergraben Menschlichkeit und humanitäres Völkerrecht. Die Begleitung und Unterstützung der betroffenen Bevölkerung stellt die Hilfswerke vor immer größere Herausforderungen.

„Der Leitgedanke ‚Frieden schaffen ohne Waffen‘ ist nur scheinbar Schnee von gestern – er sollte mehr denn je der Leitstern unseres Nachdenkens sein. Der notorische Griff zur Waffe und die grenzenlose Verfügbarkeit von Waffen schaffen erst die Probleme, die sie angeblich lösen sollen und sind keinesfalls der einzige Weg der Konfliktlösung“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe. „Unsere Arbeit ist darauf angewiesen, dass der Gewalt Grenzen gesetzt werden. Zum einen brauchen wir die Akzeptanz für das humanitäre Völkerrecht, weil die Opfer von Gewalt Versorgung und Fluchtwege brauchen, ohne dabei auf militärische Intervention angewiesen zu sein. Zum zweiten investieren wir mit unseren Partnern seit Jahrzehnten in die langfristige Bekämpfung von Konfliktursachen und die Stärkung einer friedensfähigen Gesellschaft. Das braucht breite Unterstützung durch die Geberländer. Denn das ist zukunftsfähig – der Griff zur Waffe nicht. “

Neutralität und Unabhängigkeit der Hilfe wahren

Weltweit nimmt der Bedarf an humanitärer Hilfe zu, war die Zahl der Flüchtlinge noch nie so hoch. „Die Verantwortung Deutschlands verstehen wir daher auch als solidarische Verpflichtung für Menschen, die akut oder chronisch Opfer von gewaltsamen Auseinandersetzungen oder Vertreibungen geworden sind“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel. Diese Verantwortung orientiert sich an den grundlegenden Prinzipien der Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Neutralität. „Für die humanitäre Hilfe in Krisen- und Konfliktregionen bedeutet die Zunahme militärischer Missionen und Einsätze Deutschlands auch eine Gefährdung der Neutralität. Deutschland läuft Gefahr als Konfliktpartei wahrgenommen zu werden. Humanitäre Hilfe darf daher nicht mit politischen und militärischen Zielen vermischt werden.“