Friedensbildung stärken statt Gewaltdenken fördern

pax christi und Internationaler Versöhnungsbund fordern „Tag der Friedensbildung“

pax christi - Pressemitteilung - 08.06.2017 (Berlin) - Angesichts zunehmender zwischenstaatlicher und innerstaatlicher Konflikte fordert die pax christi-Kommission Friedensbildung gemeinsam mit dem deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes eine deutliche Stärkung der Friedensbildung in Schulen und außerschulischen Einrichtungen sowie der internationalen Zusammenarbeit  - durch Friedensdienste, Projekte für Gewaltprävention und Friedensförderung.

Am kommenden Wochenende wird die Bundeswehr wieder an verschiedenen Standorten den „Tag der Bundeswehr“ durchführen. Die Bundeswehr bietet diesmal unter dem Motto „Willkommen Neugier“ „den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm mit Truppe und Technik, Mitmachaktionen und Information, Militärmusik und Spitzensport, so das Bundesministerium der Verteidigung in seinem aktuellen Portal.

„Diese Form der Werbung leugnet das Scheitern der militärischen Einsätze der letzten Jahre und ihre Opfer. Sie stellt die Bundeswehr als ein modernes Unternehmen wie jedes andere dar und verharmlost das Töten und Sterben beim Soldat-Sein als eine Mischung aus Gemeinschaft, Technik und Spaß“, kritisiert Achim Schmitz, Sprecher der Kommission Friedensbildung im Deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes.

„Es ist reine Ideologie, dass Gewalt einen nachhaltigen Beitrag zum Frieden leisten könne“, betont Peter Heim, der Sprecher der pax christi-Kommission Friedensbildung. „Gewalt schafft immer neue Gewalt. Und diese Gewalt beginnt in den Köpfen. Was wir brauchen ist eine präventive Friedenspolitik. Und die beginnt mit Friedensbildung auf allen Ebenen“, so Peter Heim.

Deshalb fordern die Organisationen von den zuständigen Verantwortlichen

  • eine offensive, unserem Verfassungsauftrag gemäße, deutlich aufgestockte öffentliche Förderung der Friedensbildung in Deutschland
  • die Etablierung eines bundesweiten „Tag der Friedensbildung“, der ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für gewaltfreie Konfliktlösungen, insbesondere im internationalen Kontext, setzen soll.
  • ein Aussetzen der kostspieligen und irreführenden Werbekampagnen für die Bundeswehr unter Kindern und Jugendlichen wie am „Tag der Bundeswehr“, auf Berufsmessen oder in den Schulen

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