Call for Papers: Atomwaffen – Ein Schrecken ohne Ende?

»Wissenschaft und Frieden« 1/2020

Die Vierteljahreszeitschrift »Wissenschaft und Frieden« (W&F) widmet sich in der Ausgabe 1/2020 dem Thema Atomwaffen mit dem Arbeitstitel »Atomwaffen – Ein Schrecken ohne Ende?«. Die Redaktion bittet bis 10. August 2019 um Einreichung kurz skizzierter Artikelvorschläge (max. 2.000 Zeichen).

Nach dem Ende des Kalten Krieges und der nuklearen Hochrüstung waren Atomwaffen in der Öffentlichkeit vor allem dann ein Aufregerthema, wenn es um die vermeintlichen Ambitionen Irans oder um die Raketen- und Atomwaffentests in Nordkorea ging. In jüngerer Zeit fanden Meldungen über die Pläne Russlands und der USA zur nuklearen Aufrüstung und die Kündigungen des Iran-Abkommens sowie des INF-Vertrags durch die USA Aufmerksamkeit. Der Friedensnobelpreis an die International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) wurde wohlwollend aufgenommen, der »Vertrag für das Verbot von Kernwaffen« – das Ergebnis von ICANs Kampagne – wird aber wenig beachtet, da die Atomwaffenstaaten und die NATO den Beitritt kategorisch ablehnen.

Was in der öffentlichen Debatte gänzlich fehlt, ist ein Gespür für die Gefahren, die von den aktuell knapp 15.000 Atomwaffen in den Arsenalen der neun Atomwaffenstaaten ausgehen.. Mit der Entwicklung und Stationierung präziserer, schnellerer, immer weiter reichender Trägersysteme und vermeintlich »einsetzbarer« Sprengköpfe erhöht sich das Risiko, dass Atomwaffen absichtlich oder aufgrund von Fehleinschätzungen zum Einsatz kommen – mit furchtbaren Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Klima.

Dabei ist das Wissen um die inakzeptablen Folgen von Atomwaffen so alt wie das Atomzeitalter. Im Januar 1946, wenige Monate nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki, verabschiedete die Generalversammlung der neu gegründeten Vereinten Nationen ihre erste Resolution, in der es um die Probleme aus der Entdeckung der Atomenergie und die Notwendigkeit der vollständiger Abschaffung von Atomwaffen ging. 1970 trat der Nichtverbreitungsvertrag in Kraft, der die Verbreitung von Atomwaffen in immer mehr Länder verhindern sollte, gleichzeitig die Atomwaffenstaaten aber zu Verhandlungen über die vollständige Abrüstung ihrer Arsenale verpflichtete. Nach etlichen Jahrzehnten bilateraler Verträge der USA und der Sowjetunion bzw. Russlands zur Reduktion ihrer irrwitzig großen Atomwaffenbestände droht mit dem Auslaufen des Neuen START-Vertrags 2021 das Ende jeglicher nuklearer Abrüstung und Rüstungskontrolle.

In W&F 1/2020 sollen möglichst vielfältige Aspekte des Themas Atomwaffen beleuchtet werden. Entsprechend dem Profil der Zeitschrift (interund multidisziplinäre Schnittstelle zwischen Wissenschaft, kritischer Öffentlichkeit und Politik) können aus allen wissenschaftlichen Disziplinen Vorschläge eingereicht werden. Wichtig ist ein für alle Leser*innen verständlicher Schreibstil.

Vorschläge sind bis 10. August 2019 an die W&F-Redakteurin Regina Hagen zu senden (redaktion [at] wissenschaft-und-frieden.de).
Nach Auswahl durch die Gesamtredaktion sollen die Skizzen bis 6. Dezember 2019 zu Beiträgen im Umfang von 15.500 Zeichen (drei Druckseiten) ausgearbeitet werden.