Christliche Friedensethik und Rüstungsexporte gehen nicht zusammen

Studientag in Bonn berät über Handlungsmöglichkeiten für kirchliche Akteure

Im Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs 1918 hat die Landessynode, das oberste Leitungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland, in diesem Jahr ein Friedenswort verabschiedet, das sich eindringlich für gewaltfreie Lösungen eingesetzt. Gewaltfreie Lösungen sind keine Utopie, aber eine Herausforderung für alle Beteiligten. Sie fordern ein Umdenken, z. B. auf dem Sektor der Rüstungsindustrie. Christliche Friedensethik und Rüstungsexporte in Kriegs- und Krisenländer passen nicht zusammen. Sie werden von den Kirchen  als "Schmerzpunkte" erlebt. Doch wie können die Kirchen, kirchliche Initiativen und Christinnen und Christen hier aktiv intervenieren?

Mit dieser Frage setzte sich am Samstag, 24. November 2018, ein Studientag in Bonn auseinander: „Friedensethik und Rüstungsexporte gehen nicht zusammen. Was können wir tun?“

Der Studientag richtete sich an alle, die sich gegen Rüstungsexporte aussprechen. Einleitend gab es eine Übersicht über den aktuellen Stand deutscher Waffenexporte. Dabei wurde insbesondere das Gebiet der Landeskirche in den Blick genommen, denn hier haben zahlreiche Rüstungsbetriebe ihren Sitz, u. a. Rheinmetall, der größte deutsche Waffenexporteur.

Anschließend wurde über Handlungsoptionen beraten, mit denen christliche Akteure gegen Waffenexporte vorgehen können.

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat auf der Synode im Januar 2018 mit dem Friedenswort einen Impuls gesetzt, Kirche des gerechten Friedens zu werden. Bis zur Landessynode 2021 soll das Friedenswort nun in Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und der Landeskirche diskutiert werden, um konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Der Studientag am Samstag war der erste von drei Studientagen, die diesen Konsultationsprozess begleiten. Die Evangelische Akademie im Rheinland und die Abteilung Theologie und Ökumene der Landeskirche richteten ihn gemeinsam aus.

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