Innovative Ansätze zur zivilen Deeskalation von Gewaltkonflikten und Dialog mit der Außenpolitik

Zum Jahreskongress der Friedens- und Konfliktforschung

Pressemitteilung - Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e.V. - 24. März 2015 - Angesichts der eskalierenden Gewalt im Nahen und Mittleren Osten und in der Ukraine hat sich die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) vom 19. bis 21. März in Berlin auf ihrem 47. Kolloquium mit aktuellen Formen kollektiver Gewalt beschäftigt.

Unter dem Titel „Stell Dir vor, ist es Krieg … Zum wissenschaftlichen Umgang mit kriegerischer Gewalt“ schenkten die 130 Mitglieder und Gäste der AFK dem Dialog zwischen Wissenschaft und Politik besondere Aufmerksamkeit. Außenminister Frank-Walter Steinmeier eröffnete mit seiner Rede den Kongress. 

In seiner Eröffnungsrede zur AFK-Tagung betonte Außenminister Frank-Walter Steinmeier: „Unsere Krisenreaktionsfähigkeit muss besser werden. Denn ich fürchte: Krise wird auf absehbare Zeit weniger Ausnahmezustand, sondern mehr und mehr Normalfall sein.“ Der vielfältige Instrumentenkasten der deutschen Außenpolitik stelle insbesondere zivile und diplomatische Maßnahmen bereit: „Mir geht es ganz besonders um die Instrumente vorsorgender Außenpolitik: von Ziviler Krisenprävention, der Stärkung fragiler Staaten, bis zu Friedensmediation und Konfliktnachsorge“, erläuterte der Außenminister. Auf verschiedenen Panels griff auch die AFK-Tagung immer wieder die normative Ausrichtung der deutschen Außenpolitik sowie deren praktischen Umgang mit den Gefahren kriegerischer Gewalt auf.

Der Vorsitzende der AFK, Prof. Dr. Conrad Schetter, Wissenschaftlicher Direktor des BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn) betonte: „Die gegenwärtige Weltlage macht die Unverzichtbarkeit der Friedens- und Konfliktforschung deutlich. Wir können entscheidend dazu beitragen, aktuelle Konfliktdynamiken besser zu verstehen und innovative Ansätze zur zivilen Deeskalation von Gewaltkonflikten zu entwickeln.“ Auf der Tagung wurde das Phänomen des Krieges aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven diskutiert. Diese reichten von historischen und quantitativen Forschungsansätzen bis hin zu postkolonialen Diskursen und Genderforschung. In nahezu allen Vorträgen wurde deutlich, dass „Krieg längst nicht mehr auf das Schlachtfeld begrenzt ist, sondern in verschiedenen Formen unseren Alltag und unsere Gesellschaft prägt“, so Conrad Schetter.

Das AFK-Kolloquium fand in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Villigst statt und wurde durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF) gefördert.

Die Rede des Außenministers, das Tagungsprogramm sowie einzelne Konferenzbeiträge können auf der Homepage der AFK, http://www.afk-web.de, eingesehen werden.

 

Die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) ist die 1968 gegründete deutsche Wissenschaftsvereinigung von Friedens- und Konfliktforscherinnen und -forschern aus dem deutsch­sprachigen Raum aus allen akademischen Diszipli­nen. Die AFK ist Mitglied der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung.

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