Makhdoumin

31. Friedensfilmpreis von Weltfriedensdienst, Heinrich Böll Stiftung und Friedensinitiative Zehlendorf verliehen

Der 31. Friedensfilmpreis bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin geht an: Makhdoumin, 2016, 67‘, von Maher Abi Samra
Libanon, Frankreich, Norwegen, Vereinigte Arabische Emirate.

Der Film öffnet die Türen zu einer Agentur, die im Libanon weibliche Hausangestellte vom internationalen Markt vermittelt. Ein Film, der zeigt, wie Menschen als Ware gehandelt werden. Er schärft auf subtile Weise den Blick für ein System der Entrechtung, in dem Frauen rund um die Uhr folgsam und unsichtbar ihren Dienst verrichten müssen. Makhdoumin mahnt, ein System in Frage zu stellen, das den einen Vorteile bringt, während es anderen ihre Würde und Freiheit nimmt. Die komplette Laudatio steht hier.

Die Verleihung des 31. Friedensfilmpreises fand am 21.2.2016 im Hackesche Höfe Kino, Berlin, statt. Der Preisträger erhält eine von dem Berliner Künstler Otmar Alt geschaffene Bronzeskulptur und ein Preisgeld von 5.000 €. Die repräsentative Skulptur wird von ippnw/Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung gestiftet, das Preisgeld von der Heinrich Böll Stiftung. Der Jury gehörten 2016 an: Matthias Coers, Teboho Edkins.

 

30 Jahre Friedensfilmpreis bei der Berlinale

1986 wurde eine Gruppe friedensbewegter BerlinerInnen bei dem damaligen Festivalleiter Moritz de Hadeln vorstellig und schlug ihm die Schaffung eines Friedensfilmpreises bei der Berlinale vor. Trotz anfänglicher Zurückhaltung bei den Berlinale Verantwortlichen wurde im gleichen Jahr der erste Friedensfilmpreis verliehen. Seitdem ist die Berlinale weltweit das einzige A-Festival mit einem Friedensfilmpreis.

Was ist ein Friedensfilm?

In bemerkenswerter Kontinuität wurde seit 1986 jedes Jahr ein Berlinale Beitrag mit dem Friedensfilmpreis ausgezeichnet. Dabei weiß eigentlich niemand so genau, was ein Friedensfilm ist. Darf er aggressiv sein? Oder sollte er es sogar sein? Reicht es, die Grausamkeit des Krieges zu zeigen? Oder lüftet er den Vorhang zu einer Welt, die in Frieden lebt? Die Antwort darauf fällt in jedem Jahr etwas anders aus. Der Preisträger sollte die Stilmittel des Filmes  nutzen, um das friedliche Zusammenleben der Menschen zu fördern. Z.B. indem er den Krieg verurteilt, Wege zur Versöhnung aufzeigt oder friedensfeindliche Tendenzen wie Rassismus und Nationalismus thematisiert.

Ein Trägerkreis beruft die Jury und organisiert die Verleihung. Aktuell gehören ihm die Heinrich Böll Stiftung, der Weltfriedensdienst und die Friedensinitiative Zehlendorf an.