Zum Tode von Uri Avnery

pax christi trauert um unermüdlichen Kämpfer für die Versöhnung mit den Palästinensern und für einen gerechten Frieden im Nahen Osten

pax christi - Pressemitteilung - pax christi trauert um einen unermüdlichen Kämpfer für die Versöhnung mit den Palästinensern und für einen gerechten Frieden im Nahen Osten. Uri Avnery, in Deutschland geboren und 1933 mit seiner Familie nach Palästina ausgewandert, hat die Idee des israelisch-palästinensischen Friedens und die Koexistenz zweier Staaten öffentlich und vehement vertreten. 1993 gründete er die israelische Friedensbewegung „Gush Shalom“ (Friedensblock), die für die deutsche pax christi-Sektion zu einem wichtigen Partner wurde.

Bis zuletzt hat er seine wöchentliche Kolumne geschrieben und damit jenen, die sich für einen Staat Palästina an der Seite Israels einsetzen, Orientierung gegeben. Alle seine Texte sind auf der sehr lesenswerten (deutschsprachigen) Homepage www.uri-avnery.de dokumentiert.

Mehr als 40 Jahre war er Chefredakteur und Herausgeber des legendären Wochenmagazins „HaOlam HaZeh“. 16 Jahre war er Abgeordneter des israelischen Parlamentes, der Knesset. Für sein engagiertes Wirken hat Uri Avney zahlreiche Auszeichnungen erhalten: u.a. den alternativen Nobelpreis (mit Gush Shalom, 2001), den Aachener Friedenspreis (mit Gush Shalom, 1997), den Lew-Kopelew-Preis (2003) und die Carl-von-Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte (2008).

Am Ende seines letzten Beitrages, der am 7. August auch in der liberalen israelischen Tageszeitung „Haaretz“ veröffentlicht wurde, schrieb Uri Avnery zum beschlossenen Nationalstaatsgesetz: „Wir müssen entscheiden, wer wir sind, was wir wollen und wohin wir gehören. Andernfalls ist unser Staat dazu verdammt, dauerhaft ein Staat der Zeitweiligkeit zu sein.“ Es liest sich wie ein Vermächtnis des großen israelischen Weltbürgers.

Nachdem sich Uri Avnery mehr als ein halbes Jahrhundert – ohne Rast und Ruhe – für Frieden und Versöhnung zwischen jüdischen Israelis und Palästinensern eingesetzt hat, möge er nun seine Ruhe und den ewigen Frieden finden.