Wir über uns

Die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung ist das offene Netzwerk in Deutschland zur Förderung der zivilen Konfliktbearbeitung. Es wurde 1998 in Bad Honnef gegründet. In der Präambel der Plattform-Charta heißt es: "An der Schwelle zum 21. Jahrhundert steht die Welt vor einem unerträglichen Ausmaß an Gewalt, insbesondere bei innerstaatlichen Konflikten. Die Reduzierung und Überwindung dieser Gewalt erfordern vorrangig und zunehmend eine Entfaltung vielfältiger Ansätze ziviler Konfliktbearbeitung. Dazu ist es notwendig, dass sich Nichtregierungsorganisationen vermehrt engagieren und die Fähigkeit in der Gesellschaft zur konstruktiven Konfliktbearbeitung insgesamt gestärkt wird."

Die Plattform bietet Einzelnen und Nichtregierungsorganisationen den Raum für solch ein gemeinsames Engagement. Sie ist ihrerseits Teil einer internationalen Gemeinschaft zivilgesellschaftlicher Akteure.

Teilhabende

Ob Organisation oder Einzelperson, wer die Charta der Plattform unterzeichnet und damit den Zielen des Netzwerks zustimmt, kann Mitglied der Plattform werden. Die Plattform bietet Raum und Inspiration für Initiativen und gemeinsames Engagement. Auf dem jährlichen Plenum werden die aktuellen Herausforderungen der zivilen Konfliktbearbeitung mit wissenschaftlicher und praktischer Kompetenz analysiert, nachhaltig wirkende Alternativen diskutiert und Handlungskonzepte entwickelt. Dort ist auch der Ort, um gemeinsame Vorhaben zu beraten, ad hoc-, Projekt- und Arbeitsgruppen im Netzwerk zu gründen.

Heute beteiligen sich an Aufgaben der zivilen Konfliktbearbeitung in der Plattform rund 110 Einzelpersonen und 60 Organisationen, Einrichtungen und Gruppen. Mitglieder der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung kommen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern, vor allem aber der

  • Friedensarbeit,
  • Konfliktbearbeitung/Mediation,
  • Menschenrechtsarbeit,
  • Humanitären Hilfe,
  • Entwicklungszusammenarbeit,
  • und der Wissenschaft

Community und Advocacy stärken

Zivile Konfliktbearbeitung ist ein umfangreiches Querschnittsthema. Die Schwerpunkte der Plattform lagen zunächst darauf, den Informationsaustausch zu verbessern, Foren für Zusammenarbeit mit zu entwickeln und die Zivile Konfliktbearbeitung konzeptionell in die politische Debatte einzuführen. Die Plattform hat den Prozess der Institutionalisierung und Professionalisierung der zivilen Konfliktbearbeitung entscheidend gefördert. Sie zielt heute vorrangig darauf ab, die zivilgesellschaftliche Community nach innen zu verbinden und zu stärken, sowie nach außen Advocacy-Funktionen im gesellschaftlichen und politischen Raum wahrzunehmen.

Die Plattform hat ihre Website zu dem wichtigsten deutschsprachigen Informationsmedium über zivilgesellschaftliche Ansätze der Konfliktbearbeitung ausgebaut. Monatlich wird sie ca. 16.000 mal aufgerufen. Die Website beinhaltet neben aktuellen Informationen (Initiativen, Projekte, Veranstaltungen, Stellenanzeigen) auch eine Bibliothek, die Aufsätze aus einschlägigen Zeitschriften, Sammelbänden und Materialien zusammenfasst. Außerdem finden sich hier Informationen zu Aktivitäten der Gremien und Arbeitsgruppen, Mitgliedern werden auf der Website zusätzliche Kommunikations- und Informationsdienste zur Verfügung gestellt. Seit 2005 erscheint der zweiwöchige Newsletter der Plattform. Er informiert über neueste Meldungen auf der Webseite. Das Newsletterabonnement ist grundsätzlich kostenlos und steht auch Nichtmitgliedern offen. Zurzeit sind ca. 1.600 Abonnent/innen registriert.

Die Plattform dient als Clearingstelle für den Austausch von Erfahrungen und Wissen zur zivilen Konfliktbearbeitung. In Zusammenarbeit mit den Plattform-Mitgliedern bietet die Geschäftsstelle Unterstützung bei der Suche nach Experten und Expertinnen an.
1998 entstand die Broschüre "Zivile Konfliktbearbeitung. Ein Wegweiser deutscher NROs und Einrichtungen". Sie wurde 2001 ergänzt durch die Übersicht "Konfliktbearbeitung in Deutschland".
2003 hat die Plattform die Bestandsaufnahme "Frieden braucht Gesellschaft" veröffentlicht, die gesellschaftliche Ansätze in der zivilen Konfliktbearbeitung in Parallele zum Aktionsplan der Bundesregierung "Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung" darstellt. 2004, 2008 und 2010 erschienen Stellungnahmen zur Umsetzung des Aktionsplans, weitere politische Papiere wurden zu aktuellen politischen Themen verfasst. Im Dezember 2012 hat der SprecherInnenrat der Plattform seinen Mitgliedern den Impuls für die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung zur friedenspolitischen Neuausrichtung deutscher Politik vorgelegt.

Die Plattform vertritt die Belange der zivilen Konfliktbearbeitung im zivilgesellschaftlichen Beirat für den Aktionsplan der Bundesregierung "Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung". Die Plattform ist außerdem Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt); an ihr beteiligen sich neun Organisationen aus der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Entwicklungs- und Friedensarbeit.

Finanzierung und Beiträge

Die Plattform finanziert sich aus den Beiträgen ihrer Mitglieder sowie Zuschüssen für Projekte. Spenden sind sehr willkommen und steuerabzugsfähig. Der jährliche Mindestbeitrag für Einzelpersonen beträgt 60 Euro, für Organisationen 80 Euro. Weitere Details sind in den entsprechenden Beitrittsformularen zu finden. Wir freuen uns aber auch über Fördermitgliedschaften.

Organisationsstruktur

Alle zwei Jahre wählt das Plenum den 5-köpfigen SprecherInnenrat der Plattform. Für die rechtliche Geschäftsfähigkeit werden vom Plenum auch die Mitglieder des Vereins Zivile Konfliktbearbeitung e.V. gewählt. Auf den jährlichen Plenen entscheiden die Mitglieder über die Arbeitsschwerpunkte und es werden Arbeits- und Projektgruppen initiiert. Grundsätzlich beruhen Innen- und Außenwirkung der Plattform auf dem Engagement ihrer Mitglieder.  Die Plattform hat seit 2009 ihre Geschäftsstelle in Köln. Mehr Informationen zu den Mitarbeitenden der Plattform unter Gremien.