Deutschland und die Arabellion

Tagung an der Evangelischen Akademie Loccum
Veranstaltungstyp: 
Veranstaltungen

Die Aufstände des Arabischen Frühlings lösten hierzulande nicht nur große Hoffnungen auf eine demokratische Transformation der arabischen Welt aus, sondern sollten auch Anlass für eine Neuausrichtung der deutschen und europäischen Politik gegenüber Nordafrika sein. An die Stelle der bisherigen Stabilitätspolitik, die gelegentlich auch die Zusammenarbeit mit autokratischen Regierungen in Kauf nahm, sollte nun die Unterstützung von Reformbewegungen treten. In Deutschland wurden dafür Transformationspartnerschaften mit arabischen Ländern ins Leben gerufen.

 

Drei Jahre später gilt Nordafrika weiterhin als eine Region mit hoher strategischer Relevanz für Deutschland und Europa, aber es ist nicht klar, inwieweit es gelungen ist, eine wirkliche Strategie zur Unterstützung der demokratischen Transformationen zu entwickeln und umzusetzen.

 

Darüber hinaus zeigen die aktuellen Konflikte in Afghanistan, Irak, Sudan und Libyen, wie schwierig erfolgreiche Transformationsunterstützung überhaupt ist. Vor diesem Hintergrund entwickelt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung derzeit eine Stabilitäts- und Entwicklungsinitiative Nordafrika und Nahost. In der Tagung soll erarbeitet werden, wie eine umfassende Strategie zur Transformationsunterstützung in Nordafrika angelegt sein müsste.

 

Schon länger wird ein Perspektivwechsel eingefordert, der weniger vom Transfer der Institutionen und Praktiken einer gefestigten Demokratie ausgeht, sondern vielmehr in diesen Gesellschaften vorhandene Betreiber des Wandels und gesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten in den Blick nimmt. Dabei ist aber noch zu klären, wie ein solcher Ansatz in eine politische Strategie umgesetzt werden kann und wie mit möglichen Widersprüchen zu rechtsstaatlichen und demokratischen Idealvorstellungen umzugehen ist. Was bedeutet deutsche Verantwortung in Nordafrika konkret? Wie kann deutsche Politik in den Gesellschaften Nordafrikas demokratiefördernd, krisenpräventiv und konfliktdeeskalierend wirken?

 

Programm

Online-Anmeldung

Veranstalter: 
Referenten: 
Muriel Asseburg, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin; Natascha Zupan, Leiterin, Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung, Bonn; Prof. Dr. Rachid Ouaissa, Leiter, Centrum für Nah- und Mittelost-Studien, Philipps-Universität Marburg u.a.
Veranstaltungsort
Name: 
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Ort: 
Anmeldefrist: 
Förderhinweise
Termin
von: 
Freitag, 5. Dezember 2014 - 16:00
bis: 
Sonntag, 7. Dezember 2014 - 13:30
Kosten: 
160,- € für Übernachtung, Verpflegung, Kostenbeitrag
Anmeldekontakt: 
Karin Hahn, Tel. 05766 / 81-113, E-mail: Karin.Hahn(at)evlka.de