Friedens- und Außenpolitik im neuen Weißbuch

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum
Veranstaltungstyp: 
Fachtagungen und Konferenzen

Das Weißbuch 2016 zur Sicherheitspolitik Deutschlands und zur Zukunft der Bundeswehr wird erstmals ressortübergreifend und unter Konsultation ausgewählter ziviler Experten erstellt. Zum Ende der Konsultationsphase soll diese Tagung auch bisher nicht beteiligten Akteuren, Aktivisten und interessierten Bürgern die Gelegenheit bieten, sich in diese Konsultation einzubringen.

Inhaltlich steht der Beitrag des neuen Weißbuchs zur Außen- und Friedenspolitik und besonders das Verhältnis der militärischen und sicherheitspolitischen Strategie zur zivilen Friedensförderung im Mittelpunkt der Tagung.

Das Weißbuch von 2006 prägte ein Verständnis der Vernetzten Sicherheit als einem „Werkzeugkasten“ unterschiedlicher militärischer und ziviler, staatlicher und nicht-staatlicher Instrumente. Zivilgesellschaftliche Akteure der Konfliktbearbeitung, Friedensförderung und Entwicklungszusammenarbeit fühlten sich in die Rolle von Erfüllungsgehilfen staatlicher Sicherheitspolitik gedrängt. Wie soll künftig das Verhältnis zwischen Sicherheitsstrategie und Friedensförderung angelegt werden? Wie soll sich die Sicherheitspolitik zur Entwicklungspolitik und zur Außenpolitik im Allgemeinen verhalten? 

Zivilgesellschaftliche Akteure treten für eine friedens- und sicherheitspolitische Leitbilddiskussion ein. Sie fordern die Abkehr von einer Logik der „Abwehr gegen“ hin zu einem Ansatz der friedenslogischen Gestaltung internationaler Rahmenbedingungen ein. Die Frage ist: Inwieweit kann im Weißbuch die Entwicklung eines gemeinsamen Leitbilds für das Vernetzten Handeln eröffnet werden? 

Kohärente Außen- und Sicherheitspolitik im Sinne eines weiten Verständnisses Vernetzten Handelns (Whole of Nation-Ansatz) erfordert nicht nur „ressortgemeinsames“ staatliches Handeln, sondern auch die Einbeziehung von und Abstimmung mit nicht-staatlichen Akteuren. Welchen Gewinn bringt die Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Einsichten in Konfliktanalysen und Szenarienentwicklung? Welche Prozesse zur Planung und Umsetzung Vernetzten Handelns kann das neue Weißbuch anstoßen? 

Tagungsprogramm

Anmeldung

 

Referenten: 
Christiane Lammers, Geschäftsführerin, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Köln; Winfried Nachtwei, Co-Vorsitzender, Beirat Zivile Krisenprävention, Münster; Horst Scheffler, Vorsitzender, Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden, Bonn; Prof. Dr. Dr. Hans Joachim Giessmann, Executive Director, Berghof Foundation, Berlin u.a.
Termin
von: 
Montag, 16. November 2015 - 15:00
bis: 
Mittwoch, 18. November 2015 - 12:30
Kosten: 
165,- € für Übernachtung, Verpflegung, Kostenbeitrag.