Was heißt Bildungsgerechtigkeit heute?

Veranstaltung im Rahmen der Osnabrücker Friedensgespräche
Veranstaltungstyp: 
Fachtagungen und Konferenzen

Das Recht auf Bildung ist Teil der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948. Bildungsgerechtigkeit müsste demnach eine Qualität des Bildungssystems aller modernen Gesellschaften sein. Galten hierzulande in früheren Jahrzehnten Kinder vom Land oder aus unterprivilegierten Schichten und Randgruppen, aber auch Menschen mit Behinderungen sowie Mädchen generell als benachteiligt, was Bildung- und Aufstiegschancen anging, so liegt heute – mit Blick auf verstärkte Einwanderung und Globalisierung – der Fokus auf verbesserten Fördermöglichkeiten beim Erlernen der deutschen Sprache, auf mehr Teilhabe an Wissenschaft und Technologie auch für ausländische Studierende sowie auf Überwindung kulturell und religiös begründeter Bildungshemmnisse und Abwehr von Intoleranz und Rassismus.

Aktuelle Untersuchungen von Bildungsverläufen junger Menschen zeigen indessen, dass alte Muster familiärer Bildungsferne und -beflissenheit sowie »gläserne Decken« im Berufsleben fortbestehen und dass Kinder aus Migrantenfamilien bei Bildung und gesellschaftlichem Aufstieg hintanstehen. Ist Bildungsgerechtigkeit überhaupt erreichbar? Gibt es überzeugende Maßnahmen und Beispiele für einen gesellschaftlichen Fortschritt durch bessere Bildungschancen? Was muss in unserem Bildungssystem verändert werden?

Statements und Diskussion mit

Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung
Prof. Dr. Micha Brumlik, Erziehungswissenschaftler und Publizist, Frankfurt/Berlin
Gesprächsleitung: Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke, Universität Osnabrück

Johanna Wanka
Bundesministerin für Bildung und Forschung seit Februar 2013, Mathematikerin und Hochschullehrerin, Dr. rer. nat. – Geb. 1951 im Landkreis Torgau, nach Abschluss des Studiums der Mathematik in Leipzig 1974 Wiss. Assistentin und ab 1985 Oberassistentin an der Technischen Hochschule in Leuna-Merseburg, 1980 Promotion, 1993 Professorin an der Hochschule Merseburg und 1994 dort erste gewählte Rektorin. Von 2000 bis 2009 Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Von 2010 bis 2013 niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur. 1989 Gründungsmitglied des Neuen Forums in Merseburg, von 2003 bis 2010 Mitglied im CDU-Landesvorstand Brandenburg, ab 2009 als Landesvorsitzende.

Micha Brumlik
Erziehungswissenschaftler und Publizist, Dr. phil. – Geb. 1947 in der Schweiz, ab 1953 Schulbesuch in Frankfurt am Main, von 1967 bis 1969 Kibbuz- und Studienaufenthalt in Israel, anschließend Studium der Pädagogik, Philosophie und Soziologie in Frankfurt. Ab 1973 Wiss. Assistent an den Universitäten Göttingen und Mainz, 1977 Promotion, dann Assistenzprofessor in Hamburg. Von 1981 bis 2000 Prof. für Erziehungswissenschaft an der Universität Heidelberg. Von 2000 bis 2013 Professor Universität Frankfurt am Main. Von 1989 bis 2001 Stadtverordneter der GRÜNEN in Frankfurt. Als Autor und Herausgeber Veröffentlichung von Sachbüchern, Essays und Zeitschriftenbeiträgen.

Veranstalter: 
Universität Osnabrück
Veranstaltungsort
Name: 
Aula der Universität
Straße: 
Neuer Graben/Schloss
Ort: 
49074 Osnabrück
Termin
von: 
Dienstag, 28. Juni 2016 - 19:00
bis: 
Dienstag, 28. Juni 2016 - 21:00