Konfliktregion Golfstaaten - Erdöl, Islam und Modernisierung

Tagung an der Evangelischen Akademie im Rheinland
Veranstaltungstyp: 
Fachtagungen und Konferenzen

Die Golfstaaten sind die Hauptförderregion für Erdöl und das wichtigste Reservoir für Erdgas weltweit. In Zeiten der Verknappung fossiler Brennstoffe wird die Region immer mehr zum Pulverfass. Zufall oder Bestimmung? Insbesondere der Irak gilt als Förderland, das eine vergleichsweise leichte Ausbeute der Energiequellen zulässt und dessen Kosten weit unter dem Durchschnitt liegen. Seit dem ersten Golfkrieg, den das säkulare Baath-Regime unter dem Despoten Saddam Hussein gegen die Islamische Republik im Iran unter Ayatollah Khomeini von 1980 bis 1988 führte, ist die Region immer weiter umkämpft. Die irakische Invasion in Kuweit löste den zweiten Golfkrieg aus und die Invasion der alliierten Kräfte im Irak unter der Führung der USA machte schließlich den dritten Krieg dieses Namens möglich. Nach dem Sturz Saddam Husseins und der Installierung eines neuen „demokratischen“ Regimes unter der Führung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki entstand ein neues Ungleichgewicht und die Krise nahm bürgerkriegsähnliche Züge an. Auch nach der Entmachtung al-Malikis im August 2014 trat keine Ruhe ein.

Der Bürgerkrieg in Syrien griff schließlich auch auf den Irak über, wo das entstandene Machtvakuum von der radikal-islamistischen Terror-Organisation Islamischer Staat genutzt wird. Doch hinter den Kulissen agieren die Regionalmächte der Region: das sunnitische Königreich Saudi-Arabien mit seinen Verbündeten, u.a. Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, und seinem schiitischen Gegenspieler, dem Iran, als auch der Westen und Russland. Was sind ihre jeweiligen Interessen und welche Absichten verfolgen sie? Welche Rolle spielt dabei die Religion des Islam und welche Erwartungen haben die Menschen, die dort leben, an Politik und Wirtschaft?

Referenten: 
Dr. Nadine Scharfenort, Zentrum für Forschung zur Arabischen Welt, Johannes Gutenberg-Universität Mainz; Prof. Dr. Christine Schirrmacher, Institut für Orient- und Asienwissenschaften (IOA),Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; Dr. Wilfried Buchta, Islamwissenschaftler und Publizist, Berlin
Termin
von: 
Freitag, 24. April 2015 - 15:00
bis: 
Samstag, 25. April 2015 - 16:00
Kosten: 
70 Euro Verpflegung + Unterkunft im Tagungshaus inkl. Tagungsbeitrag
Anmeldekontakt: 
Tel.: +49 (0)228 9523-205