Kriegsgewalt und Trauma (I)

Einführendes Seminar von medica mondiale, Köln

In kriegerischen Auseinandersetzungen sind Frauen und Mädchen – und in weit geringerem Ausmaß auch Männer und Jungen – häufig brutalen Vergewaltigungen und anderen Formen sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Oftmals führen Tabuisierung und gesellschaftliche Ausgrenzung dazu, dass die Betrof fenen über die meist als traumatisch erlebten Erfahrungen nicht sprechen können und lange Zeit an den seelischen und körperlichen Verletzungen tragen. Nicht selten kommt es zur erneuten Traumatisierung, wenn Frauen bei Behörden, Gesundheitseinrichtungen oder anderen Institutionen Hilfe suchen – im Land selbst, auf der Flucht oder im Exil. Um die Kompetenz all jener zu erweitern, die traumatisierte und von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen aus Kriegs- und Konfliktgebieten unterstützen wollen, sei es vor Ort oder in Deutschland, bietet medica mondiale Fortbildungen zum Thema Kriegsgewalt und Trauma an. Sie richten sich an Fachkräfte – Frauen und Männer – die in der humanitären und der entwicklungspolitischen Zusammen arbeit tätig sind oder mit Flüchtlingen arbeiten, z.B. SozialarbeiterInnen, AnwältInnen, Gesundheitsfachkräfte und PsychologInnen, sowie an Studierende und Auszubildende.

 

Fortbildungen

Die Fortbildungen bestehen aus einem einführenden und vertiefenden Seminar, jeweils mit praktischen Beispielen aus der Arbeit von medica mondiale in Bosnien-Herzegovina, Kosovo, Afghanistan, Liberia oder der Demokratischen Republik Kongo. Die Seminare A und B bauen zwar aufeinander auf, können jedoch unabhängig voneinander gebucht werden.

 

A Einführende Fortbildung – Kriegsgewalt an Frauen, Trauma und Burnout

Anhand von Vorträgen und Kurzfilmen werden aktuelle Erklärungs ansätze zum Hintergrund, Ausmaß und Charakter von sexualisierter Kriegsgewalt vorgestellt und diskutiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Einblick in die vielschichtigen Folgen dieser Form von Gewalt: für die Be troffennen selbst, für ihre Familien und Gemeinden und für die Nachkriegsgesellschaft als Ganzes. Welche unterschiedlichen Funktionen hat sexualisierte Gewalt im Krieg? Was ist ein Psychotrauma? Welche Unterstützungs möglichkeiten gibt es für betroffene Frauen vor Ort und in Deutschland? Welche Rolle spielen die Männer? Was kann ich konkret in meinem Arbeitsbereich umsetzen? Neben Beantwortung und Diskussion dieser Fragen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch einen Überblick über die psychischen Belastungen, die aus der Arbeit mit betroffenen Frauen resultieren können.

 

Zielgruppe: Frauen und Männer, die sich in Beruf, Studium oder Ehrenamt mit Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Kriegs- und Konfliktregionen auseinandersetzen.

 

Die Trainerinnen sind Mitarbeiterinnen und Beraterinnen von medica mondiale. Sie sind auf Traumafachberatung spezialisiert und greifen auf langjährige Arbeits- und Trainingserfahrung in Deutschland und in den Auslandsprojekten von medica mondiale zurück. Vor Ort schulen sie Fachkräfte und Aktivistinnen, die Frauen und Mädchen bei der Bewältigung ihrer traumatischen Erfahrungen unterstützen.

AnhangGröße
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PDF icon Flyer_medica_mondiale.pdf883.31 KB
Veranstalter: 
medica mondiale
Referenten: 
N.N.
Veranstaltungsort
Name: 
inscape dialog
Straße: 
Riehler Str. 23
Ort: 
50668 Köln
Anmeldefrist: 
5 Tage vor Veranstaltungsbeginn
Termin
von: 
Freitag, 14. Oktober 2011 - 11:00
bis: 
Samstag, 15. Oktober 2011 - 17:00
Kosten: 
80 Euro ermäßigt/160 Euro für Einzelpersonen/220 Euro bei Erstattung durch ArbeitgeberIn; Ermäßigung: StudentInnen, Auszubildende, Erwerbslose/ geringfügig Beschäf tigte (weniger als 400 Euro Netto), Ehrenamtliche von medica mondiale
Anmeldekontakt: 
Bitte mit ausgefüllten Coupon an seminare@medicamondiale.org