Rohstoffausbeutung und die Zukunft der Demokratie in Lateinamerika

Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin
Veranstaltungstyp: 
Fachtagungen und Konferenzen

Vor dem Hintergrund des weltweiten Rohstoffbooms hat Lateinamerika seit Ende der 1990er Jahre den Abbau und Export natürlicher Ressourcen intensiviert. Die Parameter haben sich allerdings verschoben: In vielen Ländern behalten die Regierungen nun die Kontrolle über die Rohstoffproduktion bzw. sichern sich einen größeren Anteil an den Exporteinnahmen. Damit werden, zumindest in den (Mitte-)links regierten Staaten, Entwicklungs- und Sozialprogramme finanziert. Politische und soziale Konflikte entstehen trotzdem, etwa wenn Umwelt und natürliche Lebensgrundlagen zerstört werden und wenn gesetzlich garantierte Rechte auf politische Partizipation der lokalen Bevölkerung eingeschränkt oder missachtet werden.

 

Auf der Konferenz wollen die Veranstalter diese "neue alte" Rohstofforientierung und ihre Auswirkungen auf die Demokratie in der Region näher beleuchten. Stellt dieser Entwicklungsweg wirklich eine Lösung zur brennenden sozialen Frage dar, wie es von den Befürworter/innen des  "neuen Extraktivismus" proklamiert wird?  Oder handelt es sich trotz der sozialeren Ausrichtung lediglich um eine Fortsetzung des Ressourcenfluches, der langfristig die soziale Spaltung vertieft, demokratische Mitbestimmung untergräbt und verfassungsmäßig verankerte Rechtsnormen aushebelt?

 

Mit Expert/innen und Aktivist/innen aus Lateinamerika soll das Spannungsfeld zwischen Rohstoffextraktion und Demokratieentwicklung betrachtet werden. Konflikte um Territorien sowie die Möglichkeiten und Grenzen internationaler Politikinstrumente bei der globalen Rohstoff-Governance sollen erörtert und politikfähige, sozial-ökologisch gerechte Alternativen zum extraktivistischen Entwicklungsmodell diskutiert werden.

 

Programm

Online-Anmeldung

Referenten: 
Alexandre Anderson, Associação Homens e Mulheres do Mar (AHOMAR), Brasilien; Javier Arellano, Universidad de Deusto, Bilbao; Raimund Bleischwitz, University College London, Großbritannien; Hans-Jürgen Burchardt, Universität Kassel, Deutschland; Kristina Dietz, Freie Universität Berlin, Deutschland u.a.
Anmeldefrist: 
4. Mai 2014
Termin
von: 
Dienstag, 13. Mai 2014 - 16:30
bis: 
Mittwoch, 14. Mai 2014 - 19:00