Rückzug in Verantwortung? Langfristige, zivile Lösungen für Afghanistan

Podiumsdiskussion von VENRO in Berlin

Die aktuelle internationale Afghanistanpolitik zielt vor allem auf einen möglichst schnellen Rückzug der ausländischen Truppen ab. Überhastet werden ein politischer Ausgleich mit Aufständischen und die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanische Regierung angestrebt. Die Konsequenzen daraus wird die afghanische Zivilbevölkerung tragen müssen. Vor allem die Frauenrechte drohen bei Verhandlungen und in zukünftigen Friedensabkommen weiter ausgehöhlt zu werden. Zehn Jahre nach Beginn der internationalen militärischen Intervention müssen die Weichen neu gestellt werden. Nicht schnelle Lösungen und Aufstandsbekämpfung, sondern tragfähiger Frieden, nachhaltige Entwicklungspolitik und der Schutz von Menschenrechten müssen die zentralen Aspekte der internationalen Afghanistanpolitik sein.

 

Der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) und das Europäische Netzwerk von NRO in Afghanistan (ENNA) vertreten insgesamt über 140 internationale NRO. Zusammen haben sie ein gemeinsames Positionspapier verfasst, das Politikempfehlungen zum Transitionsprozess, den Friedensverhandlungen und der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan beinhaltet. Hintergrund ist das bevorstehende Treffen der Internationalen Kontaktgruppe am 15. November in Astana (Kasachstan) und die zweite Bonner Afghanistan Konferenz am 5. Dezember 2011. Hier sollen Weichen für die Rolle der internationalen Gemeinschaft auch nach 2014 sowie die Beteiligung afghanischer Zivilgesellschaft gestellt werden.

 

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen folgende Fragen: Wie können wir  icherstellen, dass die erreichten Erfolge in den Bereichen Gesundheit und Bildung nicht durch eine riskante Übergabepolitik gefährdet werden? Wie können wir sicherstellen, dass Entwicklungshilfe für den langfristigen Nutzen der afghanischen Zivilbevölkerung verwendet wird und nicht für kurzfristige, militärische Zwecke? Wie kann eine Friedenslösung erreicht werden, die auf Menschenrechten und Gerechtigkeit basiert?

Veranstalter: 
VENRO in Kooperation mit dem European Network of NGOs in Afghanistan (ENNA)
Referenten: 
Marta de la Cera, Koordinatorin, European Network of NGOs in Afghanistan (ENNA); Robert Lindner, Oxfam und Sprecher der VENRO Arbeitsgruppe Afghanistan; Dr. Philipp Ackermann, Leiter des Arbeitsstabs Afghanistan-Pakistan im Auswärtigen Amt Sari Kouvo, Co-Direktorin, Afghanistan Analyst Network Nargis Nehan, Direktorin, Equality for Peace and Democracy; Candace Rondeaux, Senior Analyst Afghanistan, International Crisis Group; Karl Torring, Programme Officer, Swedish Afghanistan Committee
Veranstaltungsort
Name: 
Auditorium Friedrichstraße
Straße: 
Im Quartier 110, Friedrichstraße 180
Ort: 
10117 Berlin
Termin
von: 
Donnerstag, 10. November 2011 - 18:30
bis: 
Donnerstag, 10. November 2011 - 21:30
Anmeldekontakt: 
E-mail: a.isakowitsch[at]venro.org