Wege der Versöhnung

Fortbildung am 6.-8. März 2020 in der Zukunftswerkstatt Ökumene in Germete
Veranstaltungstyp: 
Fortbildungen und Trainings

Wer auch nur ein bisschen Erfahrung mit dem Thema hat, sei es für sich selbst oder in einer Brückenfunktion für andere, weiss, dass hier von Arbeit die Rede ist, nämlich Versöhnungsarbeit, und dass diese ganz eng mit der schrittweisen Aufarbeitung von traumatischen Erlebnissen verbunden ist. Wir wollen deshalb verstehen, was ein Trauma ausmacht, wie es in das Leben eines Menschen eingreift und verändert. Heute sind viele Menschen mit den Auswirkungen von Trauma konfrontiert, zB in der Begleitung von Migranten.

Im Trauma liegt die Brutstätte der Vergeltung, der Rache oder aber auch die Chance einer neuen, tiefen Mitmenschlichkeit, für die viele Friedenstifter selbst Zeugen sind (zB Nelson Mandela ...) Entscheidend bleibt dabei für viele Opfer, wie sie mit der erlittenen Gewalt angenommen und nicht alleine gelassen und ob sie auf ihrer Suche nach Sinn und Neuorientierung begleitet wurden. Nur mit ihrer Geschichte versöhnte Menschen sind fähig, Konflikte gewaltfrei zu lösen und selbst Friedensstifter zu werden.

Wir wollen daher einen Blick darauf wenden, wie wir traumatisierte Menschen begleiten können, nicht nur einzeln, sondern auch in einem psychosozialen Ansatz, der das Potential auszuschöpft, das Gruppen eigen ist und das wiederherstellt, was zerbrochen war: Beziehung. Damit kommen wir zur politischen Dimension von Versöhnung: kann man Versöhnung „verordnen“? Welchen Raum können und müssen Wahrheit und Gerechtigkeit einnehmen?

Diese Fortbildung ist für Menschen gedacht, die keine TherapeutInnen sind und es auch nicht werden wollen, die aber einfach den Platz, den sie im Leben einnehmen, bewusst ausfüllen und dort Versöhnung ermöglichen wollen. Wir wollen deshalb auch aufmersam sein für das, was dieses Mit-gehen, Mit-wirken und manchmal das Dazwischenstehen mit uns machen und wo unsere Kraftquellen liegen.

Eine solche Kraftquelle ist selbst in politischen Prozessen oft Religion und Spiritualität. Auch darauf werden wir eingehen.
Ziele:

  • Das Ineinanderwirken von Traumaarbeit, Versöhnungsarbeit und Gewaltfreiheit erkennen
  • Anhaltspunkte und methodische Schritte erlernen, um Versöhnungsprozesse zu begleiten
  • Die eigene Haltung und ihre Entwicklung in Rechnung stellen

Inhalte:

  • Unsere Konflikte zwischen Gruppen und die Frage nach dem eigenen Erleben in diesem Konfliktfeld
  • Leben in bewaffneten Konflikten gespaltenen Gesellschaften
  • Das Trauma verstehen - ein Modell von Olga Botcharova; Peacebuildinginstrument aus dem kriegsgeschüttelten Jugoslawien der 90-iger Jahre
  • Traumaarbeit als Versöhnungsarbeit und Empowerment
  • Trauma- und Versöhnungsarbeit als psychosoziales Erlebnisfeld
  • Trauma- und Versöhnungsarbeit als spiritueller und religiöser Werde-Gang
  • Versöhungsarbeit angewandt auf Konfliktfelder, in denen die Teilnehmer wirken

Methodik:

  • Partizipativ
  • Bereitschaft, in seine eigene Konfliktgeschichte hineinzuschauen und darüber hinauszuschauen (es ist kein Therapie-Wochenende!)
  • Wissensvermittlung im Vortragsstil
  • Anwendung des vermittelten Wissens in Gruppenarbeit
  • Unterlagen werden zur Verfügung gestellt (deutsch und englisch)

Trainerin: Maria Biedrawa, Friedensberaterin im subsaharischen Afrika, pädagogische Leiterin des Pariser Instituts „In Viam“.

Weitere Informationen und Anmeldung

Flyer

Veranstaltungsort
Name: 
Zukunftswerkstatt Ökumene
Ort: 
34414 Germete
Termin
von: 
Freitag, 6. März 2020 - 17:00
bis: 
Sonntag, 8. März 2020 - 13:00
Kosten: 
Kursbeitrag: 100 - 150 Euro; Übernachtung/Verpflegung: 95 Euro