Zwischen Solidarität und rechter Gewalt: friedenspolitische Antworten für eine polarisierte Gesellschaft

Aktionstagung von forumZFD in Köln
Veranstaltungstyp: 
Fachtagungen und Konferenzen

Laut UNHCR sind weltweit 60 Millionen Menschen auf der Flucht, so viel wie nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Bürgerkriege, Gewalt gegen Minderheiten und Oppositionelle, Auswirkungen des Klimawandels oder wirtschaftliche Perspektivlosigkeit zwingen Menschen, ihre Heimat zu verlassen.

Diese Ursachen von Flucht wollen die Vereinten Nationen mit den „nachhaltigen Entwicklungszielen“ aus der Welt schaffen. Die nachhaltigen Entwicklungsziele werden Ende September verabschiedet und erstmals werden darin alle Länder als reformbedürftig wahrgenommen.

Kriegsauswirkungen in Deutschland angekommen
Von den vielen Maßnahmen, die Deutschland in den nächsten Jahren umsetzen muss, wollen wir uns auf der Aktionstagung zwei herausgreifen: zum einen die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sowie die „Friedenspädagogik“ und zum anderen die „lokalen Agenda 21“. Denn die Friedensszene in Deutschland steht vor neuen Herausforderungen!
Friedensarbeit in Deutschland hat in den vergangenen Monaten eine ganz neue Bedeutung gewonnen. Täglich bekommen wir Nachrichten von Brandanschlägen, Rechtsextreme und Sympathisanten randalieren vor Unterkünften von Geflüchteten und der Alltagsrassismus findet seinen Ausdruck in Äußerungen wie „Ich bin kein Rassist, aber..“ oder einem „das wird man ja wohl noch sagen dürfen“.
Gleichzeitig steht die deutsche Gesellschaft vor der Herausforderung eine große Zahl an Geflüchteten aufzunehmen, wobei der Zivilgesellschaft der Großteil der Anforderungen übertragen wird. Kriegsauswirkungen sind spürbar in der deutschen Gesellschaft angekommen. Mehr denn je braucht es eine Haltung der Solidarität, der Gewaltfreiheit und des Dialoges, um mit dieser Situation, die häufig auch Hilflosigkeit, Unsicherheit, Empörung, Frust und Wut erzeugt, umzugehen

Themen der Aktionstagung:

  • Wie kann ich meine mitfühlende Haltung in der aktuellen Situation bewahren?
  • Wo habe ich meine Grenzen und wie kann ich mit diesen umgehen?
  • Welche Instrumente stehen mir in meiner Arbeit zur Verfügung?
  • Auch die Frage, wie man mit den Ängsten vieler Pegida-Mitläufer umgeht, treibt viele Friedensbewegte um: Kann und darf man Teile der deutschen Bevölkerung „aufgeben“, wenn in einigen Regionen Deutschlands Ressentiments und Ausländerhass mehrheitsfähig geworden sind?

Ein geschützter Raum mit anderen Friedensbewegten soll die Möglichkeit geben, eigene Unsicherheiten und Fragen zu thematisieren und zu reflektieren. Zudem wollen wir auf der Tagung inspirierende Beispiele für lokale Friedensarbeit kennen lernen, die das eigene Handeln bestärken und Ideen für Engagement erzeugen können.

Das forumZFD konnte für diesen Teil der Tagung Dr. Klaus Wazlawik (Ökumenische Initiativgruppe Eine Welt Treptow-Köpenick) und Natascha Salehi-Shahnian (Bürgerstiftung Berlin) als Impulsgebende gewinnen.

Am Abend ermöglicht die Tagung zudem einen Einblick in die Arbeit der Friedensfachkräfte des forumZFD und schlägt den Bogen von den aktuellen Herausforderungen in Deutschland zu Friedensarbeit weltweit. Die Tagung schließt am Sonntag mit einer Abschlussreflexion: „Lokale Friedensarbeit in Deutschland: global denken, lokal handeln!“. Alle Tagungsteilnehmenden sind herzlich eingeladen, an der im Anschluss stattfindenden Mitgliederversammlung des forumZFD teilzunehmen.
Veranstaltungsort
Name: 
Jugendherberge Köln-Riehl
Straße: 
An der Schanz 14
Ort: 
50735 Köln
Förderhinweise
Gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt/Evangelischer Entwicklungsdienst.
Termin
von: 
Samstag, 17. Oktober 2015 - 9:30
bis: 
Sonntag, 18. Oktober 2015 - 10:00
Kosten: 
10 Euro (Grundbeitrag mit Übernachtung im Doppelzimmer); 20 Euro (Übernachtung im Einzelzimmer)
Anmeldekontakt: 
Richard Klasen, E-mail: klasen(at)forumzfd.de, Telefon: 0221 91 27 32-37